Mein Stoma hielt mich nie vom Reisen ab. Meist machte ich mich kurz nach Operationen, auf den Weg in die Ferne. Seit vielen Jahren zieht es mich immer wieder nach Asien. Die Ruhe, das Klima und die freundlichen Menschen ließen mich vieles vergessen. Ich sammle Kraft und Energie für das ganze Jahr.
In eine Softkühltasche ohne Kühlelemente, packe ich den Vorrat für mehrere Wochen:
Dass passt locker in meinen Rucksack. Bei tropischem Klima schützt die Kühltasche, die Versorgungen ausgezeichnet vor Feuchtigkeit, Hitze und Schmutz.
Eine kleine viereckige Plastikdose ist meine Notfallbox im Flieger, Zug oder Bus. Auch unterwegs kann ein Versorgungswechsel notwendig werden. Für diesen Fall habe ich eine zugeschnittene Basisplatte, einen zugeschnittenen Beutel, einen Ersatzbeutelverschluss (tja – kann schon mal ins Klo fallen), 3 Kompressen, Abdichtpaste und 2 Frühstücksbeutel, in der Box.
Mit der Notfallbox im Handgepäck und einer Wasserflasche (in vielen Ländern ist es besser, sauberes Trinkwasser aus der Flasche, zum Reinigen zu benutzen) bewaffnet, funktioniert diese Methode auf der engsten Toilette und im finstersten Wald.
- dazu lädt Asien ein. Leicht bekleidet und schöne Tücher um den Bauch
geschwungen, genieße ich auch bei starker Darmtätigkeit jede Minute am
Meer. Meist bemerkt überhaupt niemand mein Stoma.
Wenn ich mich in ganz abgeschiedenen Regionen aufhalte, ist es für mich
besonders befreiend, mal ganz ohne Versorgung schwimmen zu gehen. Es
kann ja nichts rein, nur raus! Das hat mein Professor immer gesagt. Beim
Schnorcheln, ohne WC, kann es schon mal notwendig werden, die Fische
zu füttern! Natürlich abseits vom Geschehen und rückwärts davon
schwimmend.
Selbst der Tauchschein war kein Problem. Wir haben meist
früh am Morgen getaucht und erst hinterher gefrühstückt, dadurch ist
der Darm nicht so aktiv. Bei Tauchgängen tagsüber oder nachts, habe ich
vorher einfach leichte Koste zu mir genommen. Beim Tauchen kann und darf
man sein Stoma nicht verheimlichen, es muss unbedingt angegeben werden!
Wenn
man eine Reise tut, hat man viel zu erzählen! Man kommt in die
seltsamsten Situationen und fast alles ist mit Stoma zu schaffen.
Dennoch bin ich natürlich sehr froh, dass mein Mann 2/3 des Gepäcks
trägt.
Da ich kein Geheimnis aus meinem Stoma mache, bin ich auch
in den entlegensten Winkeln, immer auf hilfsbereite, verständnisvolle
Menschen gestoßen.
Wir schaffen auch mit Stoma, alles was wir wirklich wollen!