Meine Geschichte
Mit 15 ½ Jahren erkrankte ich und mit 16 wurde Morbus Crohn diagnostiziert. Jahrelang mit ständigen Schmerzen, Durchfall, Abmagern, Fistelgängen und allem was sonst noch passieren kann, wurde ich 1992 letztendlich doch operiert. Ich war so ungefähr 27 und ein neuer Abschnitt begann!
Vom Dickdarm blieb mir noch das Sigma von 27 cm. Der letzte Teil vom Dünndarm musste auch raus. Ich bekam ein doppelläufiges Ileostoma – erst mal vorübergehend, um die rekto-vaginale Fistel zu sanieren. Der Fistelgang vom Querkolon zum Magen wurde auch gleich entfernt. Alles klappte super und schon nach einer Woche war ich wieder zu Hause.
Von Anfang an machte ich aus meinem Stoma kein Geheimnis, so war es mir auch
nicht besonders peinlich, wenn er ab und zu Töne in der Öffentlichkeit von sich
gab.
Er gehörte zu mir und bekam spontan den Namen „Fritz Kotz“, fragt mich nicht warum! Sehr bald wurden meine Veränderungen zum Alltag, doch ich strahlte ständig vor Freude, keine Schmerzen durch
den Crohn mehr zu haben. Endlich ließ der Morbus Crohn locker und ich konnte
auch mal an etwas anderes denken.
Ich blühte auf und gab richtig Gas! Es folgte eine Fistel-Sanierung im
Krankenhaus. Bei meiner Rekto-Vag.-Fistel, die bei Morbus Crohn häufig
auftritt, wurde eine Wandlappenverschiebung durchgeführt und nach einer Woche
durfte ich das Tübinger Klinikum wieder verlassen. Guter Hoffnung, ließ ich
nach mehreren Monaten die Rückverlegung meines doppelläufigen Ileostomas durchführen. Der Fistelgang war sehr
hartnäckig und brach nach nur 2 Tagen im Krankenhaus wieder durch – Pech gehabt!
„Auf ein Neues“ dachte ich, nach ein paar Wochen Schonzeit, ließ ich mir ein
endständiges Stoma anlegen und kurze Zeit später erneut den Fistelgang verschließen. Der
Crohn hielt still! Eine Lebensqualität, wie ich sie nie zuvor erlebt hatte –
ich war so glücklich!
Ein Jahr später brachte mir die Stoma-Rückverlegung wieder kein Glück – man mag
es nicht glauben, dieser saudoofe
Fistelgang bildete sich erneut!
Ich dachte: „Ein Loch mehr oder weniger“ und ließ mich aus Trotz, nicht nur unter
der Unterlippe piercen.
2009 musste ich mir den 27 cm Sigmastumpf doch noch entfernen lassen. Es war zum Glück kein Morbus Crohn wie in meinem Buch "Notausgang" nachzulesen ist!